„Viva la vida“ & „carpe diem“ - beides wird jedem ein Begriff sein, jeder kennt es, viele leben es!

Aus gutem Grund, das Leben kann heute noch ‚nach Plan‘ laufen, morgen bereits aus allen Fugen fliegen. Sekundenbruchteile können ein menschliches Leben verändern – vor allem dann, wenn es die Gesundheit eines einzelnen betrifft.

Gesundheit, überall wird darüber gesprochen, Werbung hier, Werbung da, wie man sich am besten gegen die kommenden Gefahren des Alltags, oder des Altwerdens schützen kann. Vieles ist real, manches Übertreibung, doch eines ist klar:

Mit der Gesundheit eines Menschen sollte man nicht spielen – unter keinen Umständen.

Und damit wir in Deutschland ein vernünftiges und vor allem funktionierendes Gesundheitssystem haben, extra hierfür gibt es ein eigenes Ressort. Das Bundesministerium für Gesundheit, an der Spitze Bundesminister Herr Hermann Gröhe (CDU).

Anfang Juni  wurden wir in Zusammenarbeit mit dem Jugendmedienzentrum Deutschland eingeladen das Bundesministerium zu besuchen, um mit dem Bundesminister zu diskutieren, aber vor allem sich ein besseres Bild über das Gesundheitswesen bilden zu können. Abgerundet wurde der Tag mit einer Führung und Vorlesung im ebenfalls in Berlin beheimateten Robert Koch Institut (RKI).

Bundesminister Gröhe begrüßte uns persönlich am Vormittag des 02.06.2017 im Pressecenter des Ministeriums, anschließend stelle er sich uns allen vor. Hierbei wirkte er gelassen und freute sich auf die kommenden Fragen, die von den vielen – extra aus der gesamten Republik angereisten - jungen Kollegen der Presse gestellt werden sollten. Für viele war es das erste Mal, dass sie sich mit Gesundheitspolitik auseinandersetzten. Routiniert und souverän legte Hermann Gröhe die Geschehnisse der Gesundheitspolitik dar, besonders die praxisnahen Erklärungen – hierbei am Beispiel einer am Vortag stattgefundenen Abstimmung bezüglich eines Melde- und Informationssystem, welches es dem Robert Koch Instituts es erleichtert detaillierte Informationen über meldungspflichtige Krankheiten von behandelnden Ärzten zu erfahren – erlaubten es ums einen besseren Einblick in die täglichen Abläufe im Hause des Gesundheitsministers zu erlangen.

In den mehr als 90 Minuten, in denen wir mit dem Minister diskutieren konnten, kamen viele unterschiedliche Aspekte des Gesundheitswesen zur Sprache, angeführt von den Unterschieden zwischen privaten und gesetzlichen Krankenkassen – hierbei konnte er es nicht lassen, extra zu betonen, dass er gesetzlich versichert ist -, bis weilen, wie er gegen diese Ungleichheiten vorgehen möchte. Passend hierzu beantwortete er, mit einem Schmunzeln, die abschließende Frage, wo er sich in vier Jahren sieht: Mit einem kurzen und prägnanten „Hier!“

Nachdem interessanten Gespräch mit dem Minister, fuhren wir gemeinsam in den Nordosten der Hauptstadt. Kaum im RKI angekommen wurden wir vom Vizepräsidenten PD. Dr. Lars Schaade begrüßt, der uns im Anschluss einige Fakten über das Robert Koch Institut und dessen Urvater nannte:

Gegründet wurde das heute nach Robert Koch benannte Institut 1891 unter dem Namen „Königlich Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten“. Die Leitung oblag seit 1891 dem späteren Nobelpreisträger bis in das Jahr in dem er für seine Erkenntnisse ausgezeichnet wurde.

Aufgaben des Robert Koch Instituts:

  • Bekämpfung von Infek­tions­krank­heiten
  • Analyse langfristiger gesundheitlicher Trends in der Bevölkerung
  • Forschung an epidemiologischen Krankheitserregern (z.B. Ebola)
  • Diagnostik neuer Methoden gegen epidemiologischen Krankheiten

Im direkten Anschluss, nachdem uns die Aufgaben und die Geschichte des Robert Koch Instituts näher gebracht wurden, hielt Prof. Dirk Hornbach einen Vortrag über Epidemie-Modelle, diese Modelle sind Computer gestützte Simulationen, wie sich eine Emi- oder Pandemie verhalten würde.

Für die Erstellung solcher Simulationen müssen erst einige wichtige Eckpunkt abgesteckt werden, vor allem nach welchen Regeln breitet sich die Krankheit aus, welche Faktoren können das Ergebnis zudem maßgeblich beeinflussen. Wenn man genügend Faktoren und Regeln hat, kann man eine erste Simulation erstellen.

Ein wichtiger Faktor für eine Ausbreitung ist, wie häufig sich ein Mensch trifft und auch mit wem. Diesen Faktor wurde uns mit des Modells gezeigt, welches Wissenschaftler aus Dänemark programmiert haben. Bei diesem Modell hat ein Professor jedem seiner Mitarbeiter ein Handy mit GPS Funktion zugeteilt. Die aktuellen GPS-Daten wurden hierbei gespeichert und verwertet. Mit Hilfe dieses Modells wurde gezeigt, wie häufig sich Menschen treffen, abgebildet durch dünnere oder dickere Verbindungen zueinander, die darstellten wie häufig Person X Kontakt mit Person Y hatte. Anhand dessen konnten die Wissenschaftler aus Dänemark neue Erkenntnisse über die Verbreitung einer Epi- oder Pandemie ziehen.

Nach diesem Vortrag wurde uns noch erklärt, wie die Forscher im RKI den HIV-Virus im Blut nachweißen können. Denn fast alle Blutproben aus Deutschland, die auf HIV getestet werden müssen, werden vom Robert Koch Institut überprüft. Um festzustellen ob man infiziert ist, werden beim RIK zwei verschiedene Nachweisprozesse benutzt. Der erste Test heißt ELISA, bei diesem sog. Suchtest wird nach Antikörpern HIV-1 und HIV-2 gesucht. Falls der ELISA Test positiv ausfällt, wird noch ein zweiter Test am Blut des Patienten durchgeführt, der sog. Western Blot Test, bei diesem wird genau wie beim ELISA Test nach Antikörpern (Proteinen) im Blut des zu Untersuchenden gesucht. Wenn beide Test positiv sind, wird eine zweite Blutprobe durch das RKI angefordert, um ein Falsch-Positives Ergebnis auszuschließen.

Abschließend möchten wir uns beim Jugendmedienzentrum Deutschland e.V., dem Bundesministerium für Gesundheit und beim Robert Koch Institut bedanken. Vielen Dank für die Einladung, die offenen Gespräche und die vielen wissenswerten Informationen.

Marcel Holstein und Maximilian Stahl

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