Einige Schüler der Q11 und Q12 besuchten die Vorstellung „Die Gezeichneten“ von Franz Schreker in der bayerischen Staatsoper. 

Die Vorstellung begann um 19 Uhr, doch wir, einige Schüler der Q11 und Q12, trafen uns bereits um kurz vor 18 Uhr vor dem Haupteingang der Staatsoper, weil wir vor Beginn noch in den Genuss einer Einführung zu der Oper kamen: „Die Gezeichneten“ von Franz Schreker. In der Einführung erfuhren wir einiges über die Inszenierung der Oper, ebenso wie über die Karriere Schrekers, darunter auch, wie dieser mit dem Nationalsozialismus im Dritten Reich zu kämpfen hatte, wo seine Werke als „entartet“ betrachtet und Aufführungen verboten wurden.

Mittlerweile wird das Stück glücklicherweise wieder aufgeführt und wurde neu interpretiert. Am Dienstagabend war für letzteres Krzystof Warlikowski, ein polnischer Opernregisseur, zuständig, der eine sehr moderne Aufführung inszenierte: Er versetzt die Handlung des 1918 uraufgeführten Stücks in die Gegenwart und lässt sich dabei stark von moderner bis postmoderner Kunst inspirieren, die von Installationen auf der Bühne bis zu Filmausschnitten auf Leinwänden reicht. Insbesondere die Filme David Lynchs scheinen dabei eine große Inspirationsquelle zu sein: Zwischen dem missgebildeten Protagonisten Alviano Salvago in „Die Gezeichneten“ und dem „Elefantenmenschen“ (Lynchs zweiter Regiearbeit) bestehen nicht nur äußerlich Parallelen.

Allerdings zitiert Warlikowski nicht nur bereits bestehende Motive, sondern bringt auch eigene neue Ideen mit ein und versucht stets die Blicke der Zuschauer nicht einzig auf die Sänger zu lenken, sondern gibt der Geschichte mit Videoprojektionen und Ballettchoreographien eine zweite Ebene. So werden in eigens für die Oper gedrehten Filmen schwierige Themen wie Kindesmissbrauch und sexuelle Übergriffe interpretatorisch abstrakt durch Menschen mit Mäuseköpfen dargestellt. Unterstützt durch die Musik Schrekers, der auch das Libretto (den Text der Oper) verfasste, wird hier deutlich, dass es keiner expliziten Darstellung bedarf, um Grauen oder Bedrückung auszulösen. Die wohl größtenteils überraschende und auch schwer zu verstehende Inszenierung führte dazu, dass nicht jeder Zuschauer den Saal mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck verließ. In einem Punkt waren sich aber alle einig: Die Komposition konnte restlos überzeugen. Schrekers Musik ruht sich nicht auf einem Höhepunkt aus, den er dann in eine neue Szene abklingen lässt, sondern schafft ein heterogenes Treiben, das kaum Raum für Pausen hat. Dabei begeht er aber nicht den Fehler von einem Höhepunkt in den nächsten zu rasen, sondern erschafft lange Szenen, die ineinander übergehen.

Somit war für unser Empfinden die musikalische Gestaltung der Oper der Höhepunkt unseres Besuchs. Zudem war es sehr interessant die Inszenierung zu sehen und sich damit auseinanderzusetzen, auch wenn diese durchaus verwirrend und nicht einfach zu verstehen war. Insgesamt war es aber ein wirklich toller Abend, der viel Spaß gemacht hat und den wir hoffentlich bald wiederholen werden.

Benedikt Guntentaler & Svenja Schurig, Q11

Balduin-Helm-Straße 2      82256 Fürstenfeldbruck      Deutschland (Bayern)       (+49)  8141 32150       Kontaktformular

Aktuell sind 54 Gäste und keine Mitglieder online

All Rights Reserved by Viscardi Gymnasium Fürstenfeldbruck - 2017-2018